Der Fall Max Mustermann
Inhalt
In einer nicht näher definierten Zeit ist die Individualität abgeschafft worden. Nicht nur im Verhalten, sondern auch optisch entspricht jeder Mensch einer vorgeschriebenen Norm. Bei einer Grenzkontrolle gerät ausgerechnet Max Mustermann ins Visier der Staatsmacht. Ist er wirklich derjenige, für den er sich ausgibt, oder hat er etwas zu verbergen? In einem Verhör versucht man, ihm sein Geheimnis zu entlocken.
Technische Daten
- Länge: 10 min
- Originalformat: Digital 4k (Red One)
- Ton: 5.1 und Stereo
- Seitenverhältnis: 2,35:1
Regiekommentar
„Der Fall Max Mustermann“ behandelt die Themen „Identität“ und „Individualität“. Um von einer genormten Gesellschaft akzeptiert zu werden, leugnet ein Mann seine Individualität. Er wird allerdings überführt und der dafür vorgesehenen Bestimmung zugeführt. Natürlich legt der Film Vergleiche mit totalitären Systemen nahe. Aber mir geht es ebenfalls um die andere Perspektive: dass viele Menschen sich selbst verleugnen, um Widerständen zu entgehen. Nicht nur unter dem im Film dargestellten Druck, sondern auch tagtäglich im Kleinen in unserer demokratischen Gesellschaft. Ich wollte einen Film drehen, der dem Zuschauer nicht genau vorgibt, wie er verstanden werden will. Das ist mir bei diesem Thema wichtig, auch auf die Gefahr von Irritationen hin. Der Film entstand auf dem Gelände der Gedenkstätte Marienborn, dem ehemals größten innerdeutschen Grenzübergang. 20 Jahre nach der Wiedervereinigung wurde die Anlage extra für die Dreharbeiten noch einmal in Betrieb genommen. Es fiel nicht schwer, sich vorzustellen, welche Ängste hier Menschen ausgestanden haben.
Team
- Regie: Achim Wendel
- Produktion: Benjamin Huber
- Co-Produktion: Achim Wendel
- Drehbuch: André Köhl, Achim Wendel
- Kamera: Marcus Stotz
- Kameraassistenz: Patricia Günther
- Steadycam: Markus Kambeck
- Licht: Michael Kruppa, Eduardo Lopes, Hanna Lutz
- Maske: Diana Thullner
- Continuity: Hanna Emmerling
- Ton: Lars Heineken
- Schnitt: Achim Wendel
- Visuelle Effekte: Peter Lames, Gerrit Hecht, Jan Jungbluth
- Retuschen: Jonathan Gehrke, Heiko Thies, Christian Wunsch
- Sounddesign: Dennis Kopacz
- Musik: Jan Glembotzki
Darsteller
Ygal Gleim, Olaf Krätke, Klaus Bräuer, Frank Hilsamer
Auszeichnungen
Prädikat "wertvoll" durch die deutsche Filmbewertungsstelle.
Pressestimme
In die gespenstige und bedrohliche Atmosphäre einer hell erleuchteten riesigen Überwachungsanlage mit Wachtürmen und gleißendem Licht fährt ein Wagen auf den Kontrollposten vor. Ausweis zur Identitätskontrolle. Aussteigen und Überprüfung. Ist der Mann auf dem Bild auch wirklich der, den das Bild zeigt oder ein anderer? Verhöre. Wie ist zu beweisen, dass Max Mustermann auch Max Mustermann ist in einer absurden Welt? Das Gegenüber sieht ihm ähnlich, die anderen Wächter aber auch. In der Aktentasche sind nur leere Kopien. Der Kopf von Max Mustermann sollte auch leer sein, aber er hat Gedanken. Das kostet seinen Kopf.
In der Normgesellschaft ist die Individualität eine gefährliche zu vernichtende Waffe gegen das System, lautet die Botschaft. Mit der kleinsten Abweichung gehört man zum Müllhaufen der Geschichte.
Die experimentell angelegte Fiktion, gedreht in dem ehemaligen Grenzübergang Marienborn, erzeugt ihre Spannung durch eine konsequente stilistische Einheit von außen und innen durch Kamera und Lichtführung, in der die bedrohliche Situation noch durch die sterile Ausstattungsatmosphäre verstärkt wird. So entsteht ein dicht erzählter Kurzfilm mit rhythmisch montierten Einstellungen, der im Kopf weitergeht, nachdem der Film bereits beendet ist.
Quelle: Deutsche Filmbewertungsstelle
Filmwebseite
www.der-fall-max-mustermann.deWeitere Links
Offizielle DVD zum FilmDeutsche Filmbewertungsstelle: Pressetext zum Prädikat "wertvoll"
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